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62. Jungglasertagung 2011 in Brügge

Eine Hundertschaft Jungglaser an Bord in den Grachten des belgischen Venedig


Brügge gehört zu den schönsten  Städten Europas. Nicht umsonst wurde die historische Altstadt im Jahr 2000 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Zwischen den  verschlungenen Gässchen und den romantischen Grachten begegnet man einer reichen Museumslandschaft, die in ihrer Gesamtheit ein eindrucksvolles Bild der wechselvollen Stadtgeschichte widerspiegelt. Doch es bleibt auch Raum für zeitgenössische Kultur, wie beispielsweise das neue Konzertgebäude, aber auch für einen Ausflug in den „Vorort“ Zeebrügge. Über 100 Jungglaser, Freunde, Förderer und und interessierte Familienmitglieder waren mit von der „Partie“. Um es vorweg zu nehmen: Es war eine  runde, gelungene Sache. Im nächsten Jahr geht es an die Moldau: Ins goldene Prag. Detlev Kasten, der sich im kommenden Jahr in Prag  im Rahmen der anstehenden   Vorstandswahlen als bvj-Bundesvorsitzender zur Wiederwahl stellen dürfte, in einem  angeregten  Gespräch mit Bernhard Felmer   (rechts). Der Ehrenvorsitzenden, der im    vergangenen Jahrhundert ganz entscheidend den Verband geprägt und zukunftssicher aufgestellt hat, ist  als mittelständischer Handwerksunternehmer nach wie vor ein   aktiver Förderer „seines“ Verbandes. Kasten lieferte in Brügge einen umfassenden  Geschäftsbericht ab, den Geschäftsführer Kieckhöfel mit der Jahresrechnung 2010     ergänzte. Sie wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig genehmigt, Vorstand und Geschäftsführung entlastet.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung in Belgien
Generationen im Gespräch

Martin Gutmann, der als  Bundesinnungsmeister auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Dresden noch einmal den BIV-Terminkalender der ersten fünf Monate dieses Jahres “abarbeitete“, kam bei dieser Gelegenheit auch auf die Jungglasertagung in Brügge zu sprechen. Getreu seiner Aussage, als Bundesinnungsmeister einen engen Kontakt zu den Jungglasern zu halten, war er auch in Brügge bei der 62. Jungglasertagung  dabei. Und die war, wie er es formulierte, ”eine sehr schöne Veranstaltung mit einem beeindruckenden Informationsprogramm“. Das hätten die Organisatoren in der Hadamarer BIV-Geschäftsstelle, die die Veranstaltung von A-Z durchgeplant und ausgerichtet hatten, “sehr gut gemacht.“ Schließlich könne er das beurteilen, da er seit     seiner Wahl bei jeder Jungglaser-Vorstandssitzung dabei gewesen sei. Gutmann: “Dass der Bundesinnungsverband seine Jungglaser unterstützt, wo er nur kann, versteht sich von selbst.“ Damit verriet er  keine Neuigkeit; denn das war schon immer so.  Und das wird auch so bleiben. Auch Gutmann war längst vor seiner Wahl zum Bundesinnungsmeister ein aktiver Vertreter der Interessen der Jungglaser und Fensterbauer und bei den meisten Jahrestagungen mit von der Partie. Nicht zufällig bleiben die einst aktiven Kollegen des bvj auch in späteren Jahren Mitglieder des Bundesverbandes. Das ist woanders nicht so selbstverständlich. Oft genug bleiben in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Generationen nicht so miteinander verbunden, fachlich sich gegenseitig austauschend und gemeinsam praxisorientiert. Heute nennt man das, was sich zum Beispiel in Brügge manifestierte: Netzwerk. Es funktioniert, wenn man zum Beispiel den bvj-Ehrenvorsitzenden Bernhard Felmer, einst langjähriger Bundesinnungsmeister und bvj- Chef, zusammen mit dem derzeitigen bvj-Vorsitzenden, Detlev Kasten, auf einem Boot in den Grachten des belgischen Venedigs beobachtet. Da sind sie in einem anregenden Informationsaustausch vertieft, tauschen sich aus, vermitteln Gemeinsamkeit. Das, was einem Außenstehenden visuell absolut undramatisch, fast schon uninteressant erscheinen mag, veranlasste den bvj-Geschäftsführer Kieckhöfel, auf den Auslöser seiner Kamera zu drücken. Felmer im Gespräch mit Kasten, was kann besser den alten Journalistenspruch: “ein Bild sagt mehr als hundert Worte”, verdeutlichen, sagt er. „Für mich ist das Bild aussagekräftiger als manch blutleere Funktionärsfloskel.“ Felmer hatte sich bereits auf der letzten Jahrestagung in Oberhof für eine stärkere Vernetzung der Jungglaser mit einem praktikablen  Vorschlag stark gemacht: “Jeder bringt einen anderen mit.“

Mit dabei waren wieder die Meister- und Technikerschüler aus Hadamar und      Vilshofen. Die angehenden Jungglaser, die Meister und Handwerksunternehmer der Zukunft, haben Brügge und alles, was damit zusammengehört, genossen. Sie hatten auch in Oberhof ihren Spaß gehabt. Felmer: “Und das muss so sein, das war schon immer so”. Kollege Hoffmann wollte hingegen in der Diskussion zum Tagungsordnungspunkt 6 der Mitgliederver-  sammlung das Thema Kosten angesprochen wissen. Alles zu teuer oder nicht ? Abgesehen davon, dass die Mehrzahl der Teilnehmer die Kosten  überwiegend selbst trägt, konnte bvj-Geschäftsführer Kieckhöfel erklären: “Wir haben noch nie Probleme in dieser Hinsicht gehabt. Wir versuchen ohnehin immer, so kosten-  günstig wie möglich die Tagungen zu organisieren. Erstaunlich sogar, dass immer dann, wenn es etwas teurer wurde, die meisten Anmeldungen eintrafen“. Der Geschäftsführer stellte  dann den Entwurf der neuen bvj-homepage vor und erläuterte ausführlich Planung und Neuerungen der veränderten Website. Dabei warb er um die aktive Mitarbeit der Arbeitskreise und Fachvereinigungen,  die sich mit einbringen und die neue homepage “mit Leben füllen“ könnten.  Neben der anlaufende Qualitätsoffensive gehe es -so Kieckhöfel- auch um die „Azubi-Werbung“ für das Glaserhandwerk. Dabei gelte es vor allem, die Sprache der jungen Menschen zu treffen, um in Schulen und Arbeitsagenturen das Interesse für unser Handwerk zu wecken. Nach wie vor steht darüber hinaus die vom Ehren-Bundesinnungsmeister Bernhard Felmer bei der vorangegangenen Jahrestagung in Oberhof angesprochene Werbeaktion „Jeder bringt einen anderen mit“ im Raum, um den Verband allen Interessierten zu öffnen. Felmer noch einmal eindringlich: “Wir müssen den Kreis der aktiven Förderer vergrößern und für unsere Arbeit bei jeder Gelegenheit werben und Interesse wecken.“  Großes Interesse kam in Brügge prompt auf, als es um die Festlegung des neuen Tagungsortes für die 63. Jungglasertagung im kommenden Jahr ging. Als Termin wurde die Zeit vom 27.- 29. April vereinbart, mit der Möglichkeit für alle, noch ein paar Urlaubstage „dranzuhängen“. Es  geht nämlich in die „Goldene Stadt“ - es geht nach Prag. Und damit auch in die  Heimat des weltbekannten tschechischen Glases, deren Geschichte ohne deutsche Glasmacher aus Böhmen nicht denkbar ist.