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Exkursion in die Eishockey-Metropole Weisswasser

05. bis 07. September 2013


Einmal im Jahr ist es soweit. Der Arbeitskreis lässt Hadamar als „Standard-Tagungsstätte“ hinter sich und erkundet die Glasanwendung bei interessanten Firmen im Bundesgebiet. Diesmal traf man sich auf Einladung des Arbeitskreismitgliedes Christian Noack bei der Firma SPIEGEL ART in Weisswasser.

 

Wie regelmäßigen Teilnehmern der Jungglasertagungen bekannt ist, beschäftigt man sich bei SPIEGEL ART Noack mit dem Belegen von Spiegeln. Doch nicht der heutige Silberspiegel wird hergestellt, sondern es wurde eine alte Technik wiederbelebt: das Belegen mit Amalgam. Ein insbesondere für historische Spiegel geeignetes Verfahren. Sei es eine Neuanfertigung, die Restauration oder die Ergänzung von alten Spiegelinstallationen. Mit der sehr warmen, grauen  Spiegelung der Quecksilber-Zinn-Amalgam Spiegel werden Wirkungen erreicht, mit denen moderne Silberspiegel nicht mithalten können. Kein Wunder also, dass dieses Verfahren extra für die Restaurierung des weltberühmten Grünen Gewölbes in Dresden entwickelt wurde.

 

Neben den selbst hergestellten historischen Spiegeln werden aber auch heutige Silberspiegel verarbeitet. Hier fließen alle modernen Bearbeitungstechniken ein. Die Spiegel und andere Gläser werden mit konventionellen Bearbeitungsmaschinen aber auch mit CNC-gesteuerten Automaten an der Kante bearbeitet und gebohrt. Die Ausrüstung mit elektrischen und elektronischen Accesoirs wird ebenfalls geboten. Die Teilstrahlung mit anschließender Hinterleuchtung stellt dabei noch den einfachsten Fall dar. Neuerdings werden sogar Sensorfelder zur Haus- oder Belichtungssteuerung angeboten.

 

Doch die Informationen zur Spiegelverarbeitung stellten nur einen Teil des fachlichen Programms dar. Am Freitag Vormittag stellte Herr Dieter Biolik – Anwendungstechniker bei der Bohle AG – die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der UV-Klebetechnologie vor. Dazu hatte er den neuen Glasklebetisch und dafür entwickelte Fixierhilfen mitgebracht. Mit diesem Klebetisch und den zugehörigen Fixierhilfen lassen sich Glasobjekte überaus rationell und qualitativ hochwertig verkleben. Das ganze dazu auch noch in unerreichter Geschwindigkeit. Erstmals wird dem Anwender des Klebetisches die Möglichkeit geboten die benötigte Schichtdicke des Klebstoffes einfach und wiederholgenau ein zu stellen. Die beste Möglichkeit die Qualität der verklebten Objekte sicher zu stellen.

 

Um den Teilnehmern – der Arbeitskreis konnte auch externe Teilnehmer zum Fachprogramm begrüßen – die Gelegenheit zu geben alle auftauchenden Fragen zum Kleben zu stellen, wurde kurzerhand entschieden die normale Arbeitskreissitzung am Samstag Morgen durch die Fortsetzung des Fachprogramms vom Freitag zu ersetzen. So hatten die Anwesenden die Möglichkeit das Thema erschöpfend zu behandeln.

 

Zur Abrundung des fachlichen Programms der Exkursion  wurde noch die neu erbaute Eishockey-Halle in Weisswasser besichtigt. Um auch die Gegend rund um Weisswasser kennen zu lernen unternahmen die Arbeitskreismitglieder auch eine gemeinsame Quadtour zu den Tagebaugebieten des Braunkohlereviers in der Lausitz.

 

Der Arbeitskreis dankt der Familie Noack herzlich für die Einladung und die Vorbereitung der Tagung. Sie machte es möglich, eine überaus harmonische und lehrreiche Tagung durch zu führen.

 

Alle interessierten Fachleute sind zu den AK-Sitzungen herzlich eingeladen. Die Termine dazu können im Internet unter http://www.jungglaser.de/arbeitskreise/verglasung-und-fensterbau/termine.html eingesehen werden. 

Dieter Biolik